Jan der Idiot

Silja Walter

Schauspiel

«Jan der Idiot» von: Silja Walter
Samstag, 14. September 2019, 20:00 Uhr
Würenlos AG, Alte Kath. Kirche
Abendkasse (oder siehe Veranstalter)
Freitag, 08. November 2019, 20:00 Uhr
Steinhausen ZG, Oekum. Zentrum Chilematt
Abendkasse (oder siehe Veranstalter)
Sonntag, 01. Dezember 2019, 19:00 Uhr
St.Gallen, Lokremise
Abendkasse oder Eventfrog
Montag, 02. Dezember 2019, 19:00 Uhr
St.Gallen, Lokremise
Abendkasse oder Eventfrog

Reservationen sind Sache der jeweiligen Veranstalter.

Hintergrundinfos

Silja Walter

Wer die Werke der bekannten Schweizer Autorin Silja Walter (1919-2011) kennt, weiss, dass sie immer wieder mit starken Bildern arbeitet. Dabei kennt ihr Einfallsreichtum keine Grenzen, von lyrisch und zart bis fordernd und aufwühlend. Zeit und Raum heben sich auf. Und dann öffnet sich ein Bereich, in dem Silja Walter die Figuren zu Metaphern für Leben und Tod werden lässt. Sie zeigt Menschen, die in die Tiefe hinabsteigen, um das Licht auf neue Weise zu entdecken.

Interview mit Silja Walter

Unterstützt von:

 

Kath. Stadtverband Zürich, Evang. Reformierte Kirchgemeinde Zürich, Ref. Kirche Kanton St.Gallen, Ref. Kirche Kanton Aargau, Markant Stiftung, Else v.Sick Stiftung, Albertus Magnus-Stiftung, Stiftung Landis & Gyr, Elisabeth Weber-Stiftung, SIS Interpreten-Stiftung, Jürg George Bürki-Stiftung, Egon-und-Ingrid-Hug-Stiftung, Migros Kulturprozent, Zürcher Kantonalbank, Verein zur Förderung des THEATER58

Regie: André Revelly
Mit Dagmar Loubier, Gabie Frotzler, Seraina Kobelt, Lorenzo Polin, Silvan Buess, Tobias Fischer
Choreographie: Diane Gemsch

Zum 100. Geburtstag von Silja Walter (2019)

Ausgangspunkt ist die Theaterprobe. Das Ensemble des Theater 58 probt eine zentrale Szene von Dostojewskis „Idiot“. Myschkin, Rogoschin und Nastassja, die drei Hauptdarsteller proben die Kreuztausch-Szene. Jan will die Rolle des „Myschkin“ nicht mehr spielen, da sie ihn überfordert. Er bricht durch sie hindurch „wie durch Eis“. Jérôme, der Haltlose, spielt die Rolle des „Rogoschin“, will nun den Guten spielen. Jan soll „Rogoschin“, den Bösen spielen. Beide spielen nun die Rollen, die eigentlich nicht zu ihnen passen, und sie spielen sie glänzend.

Silja Walter zeigt überzeugend, dass das Gute und Böse in jedem Menschen angelegt ist. Das Stück endet tragisch und folgerichtig wie eine antike Tragödie. Mit der Ueberführung des Mörders wie ein Krimi, mit der Schuldübernahme durch den Reinen wie ein mittelalterliches Mysterienspiel. Silja Walter ist mit diesem Schauspiel über sich selbst hinausgewachsen. Ihre Bilder sind von grosser Gestaltungskraft, ihre Sprache ist wortgewaltig. Stille und Ausbrüche wechseln sich ab und nehmen das Publikum gefangen.

«Eine Zentralaussage des Stücks verdeutlicht sich: Kein Mensch ist nur gut oder nur schlecht. In jedem steckt Myschkin und Rogoschin – Kain und Abel. In der Inszenierung von André Revelly wird das symbolisch in einem Tanz erklärt. Rogoschin tanzt eckig zu einem Trommelsolo, Myschkin rund und elegant zu Beckenklängen. Dann verbinden sich die Instrumente, beide Schauspieler tanzen und wechseln ihre Rollen. Eine Inszenierung mit viel Höhepunkten und überzeugender schauspielerischer Leistung.»

Münchner Merkur

Das THEATER 58 bot eineinhalb Stunden packendes Theater. Das subtile Uebereinander der verschiedenen Wirklichkeitsebenen – das probende Ensemble, die Rollendarstellung, die Traumwelt, das Erleben der christlichen Symbolik -, die in ihrer Durchdringung den Zuschauer gleichsam durch seine eigenen Lebens- und Erkenntnisetappen führen, ihm den Weg zu seinem wahren Ich weisen – spiele ich eine Rolle, trage ich eine Maske? – wurde in der beispielhaften Interpretation durch das THEATER 58 zum aufwühlenden Bekenntnis zur Selbstverwirklichung durch die absolute Liebe.“

Der Bund

Ein guter Einstieg in die Welt von Silja Walter - Zu empfehlen vor der Aufführung